Zum Inhalt springen
Leichte Sprache

Autismus-GemeinschaftBundesverband · e.V. in Gründung – zur Startseite Stiftung AutismusFörderpartner (externe Seite)

Wahrnehmung und Reize

Viele autistische Menschen nehmen Reize intensiver, ungefilterter oder anders wahr. Was für andere Hintergrund ist, kann für uns im Vordergrund stehen.

Wie sich das zeigen kann

  • Geräusche wie Stimmengewirr, Summen von Geräten oder Musik im Laden sind kaum auszublenden.
  • Helles oder flackerndes Licht ist unangenehm oder schmerzhaft.
  • Gerüche, Stoffe auf der Haut oder unerwartete Berührungen lösen starke Abwehr aus.
  • Manche Reize werden dagegen kaum wahrgenommen – etwa Kälte, Schmerz, Hunger oder Durst.
  • Beides kann bei derselben Person vorkommen, auch je nach Tag.

Reizüberflutung

Wenn zu viele Reize zusammenkommen oder zu lange andauern, kann das Nervensystem überlastet sein. Viele beschreiben dann zwei Arten von Reaktionen:

Shutdown
Rückzug nach innen: nicht mehr sprechen können, erstarren, nichts mehr aufnehmen.
Meltdown
Ein Zusammenbruch nach außen: weinen, schreien, weglaufen oder heftige Bewegungen. Ein Meltdown ist kein Wutanfall und keine Absicht, sondern eine Reaktion auf Überlastung.

Was helfen kann

  • Reize verringern: Gehörschutz oder Kopfhörer, Sonnenbrille oder Kappe, ruhiger Ort
  • Pausen und Rückzug, bevor es zu viel wird
  • Vorher wissen, was kommt: Ort, Ablauf, Dauer, Personen
  • Stimming zulassen, wenn es niemandem schadet
  • eigene Warnzeichen kennen und aufschreiben

Was andere tun können

  • Ruhig bleiben, wenig sprechen, keine Fragen stellen, die sofort beantwortet werden müssen.
  • Nicht anfassen, ohne zu fragen.
  • Raum geben und Reize verringern – Licht dimmen, Geräusche abstellen, Zuschauende bitten zu gehen.
  • Später in Ruhe nachfragen, was geholfen hat.

Barrierefreiheit heißt für uns deshalb auch: reizarme Räume und Rückzugsmöglichkeiten. Barrierefreiheit im Alltag