Eine Gruppe gründen
Eine Selbsthilfegruppe braucht keinen Verein, kein Geld und keine Fachleute. Sie braucht ein paar Menschen und ein paar Absprachen.
- Ziel klären. Wer soll kommen – alle autistischen Erwachsenen, junge Menschen, Eltern, Frauen? Geht es um Austausch, gemeinsame Unternehmungen oder beides?
- Ort und Form wählen. Ein ruhiger Raum mit wenig Hall und regelbarem Licht – oder ein Treffen im Internet. Schriftliche Gruppen, etwa in einem Chat, sind für manche der beste Weg.
- Einen festen Rhythmus finden. Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort machen es leichter zu kommen.
- Regeln vereinbaren. Zum Beispiel: Was in der Gruppe gesagt wird, bleibt in der Gruppe. Niemand muss sprechen. Schriftliche Beiträge sind gleichwertig. Pausen und Rückzug sind jederzeit erlaubt.
- Bekannt machen. Kurze, klare Ankündigung mit Ort, Zeit, Ablauf und Ansprechperson – auch per E-Mail erreichbar.
- Unterstützung holen. Fragen Sie bei einer Selbsthilfekontaktstelle in Ihrer Nähe nach, wie sie Gruppen unterstützt. Gesetzliche Krankenkassen fördern Selbsthilfegruppen unter den Voraussetzungen von § 20h SGB V.
Datenschutz in der Gruppe
Erheben Sie nur, was Sie brauchen – zum Beispiel einen Namen und eine E-Mail-Adresse für Einladungen. Fragen Sie nicht nach Diagnosen. Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 Abs. 1 Datenschutz-Grundverordnung).
Mitglied im Verband
Nach der Gründung kann Ihre Gruppe Gruppenmitglied werden, auch ohne eigene Rechtsform, und eine Person in den Rat der Selbsthilfegruppen entsenden.
Rechtsstand: Den Wortlaut der genannten Vorschriften haben wir am 20. Oktober 2026 geprüft (Bundesrecht in der amtlichen Fassung auf gesetze-im-internet.de, EU-Recht und UN-Behindertenrechtskonvention im Amtsblatt der Europäischen Union). Gesetze können sich seitdem geändert haben.